Urnäscher Kirchenkonzerte Programm 47. Saison

Vocal­ensemble
Cantemus Thurgau

229. Urnäscher Kirchenkonzert
Evangelisch-reformierte Kirche Urnäsch

15. Nov 2015 Sonntag 18.30 Uhr

«Heavenly Handel»
(«Himmlischer Händel»)
Music for the Duke of Chandos

  • Heinz Meyer – Leitung
  • Vokalensemble Cantemus
  • Svea Schildknecht – Sopran
  • Neal Banerjee – Tenor
  • Ensemble ‹Il Profando› – Basel

Anthems und Instrumentalkonzerte

o praise the Lord with one consent

My song shall be alway

Let God arise

Anthems sind geistliche mehrsätzige Vokal­kompositionen, meist Psalmvertonungen mit Instrumentalbegleitung für die anglikanische Kirche, etwa vergleichbar der Kantate im deutschen Sprachraum. Im Konzertprogramm erklingen einige Highlights aus diesen beiden fruchtbaren Jahren: die schönsten Chorsätze, Arien und Duette aus ­verschiedenen Anthems, dazwischen erklingen einige Instrumentalsätze, Sinfonien und ein ­Orgelkonzert.

Cantemus präsentiert dem Publikum weit­gehend unbekannte, kaum aufgeführte Werke des grossen Barockmeisters aus den Jahren 1717 – 1719 als Händel Hauskomponist bei seinem Mäzen Henry James Brydges, 1st Duke of Chandos, auf dessen Residenz in Cannons war.

Hohe künstlerische Qualität war der Ehrgeiz des Duke, sowohl in Architektur, Literatur und ­Musik. So leistete er sich eine Hofkapelle mit renommierten Musikern und Sängern aus ganz Europa, was Händel, der nach den begeistert aufgenommenen Opern und Oratorien in Rom und Venedig bereits seit einigen Jahren internatio­nalen Ruhm erlangt hatte, zu höchst kunstvollen Kompositionen anspornte. In den beiden Jahren auf Cannons entstanden ein Te Deum, die Masque «Acis and Galathea», das Oratorium Esther, elf Anthems, und eine Menge Instrumentalmusik – grossartige, Musik, die sowohl an Sänger wie Instrumentalisten höchste Anforderungen stellt. Die geistliche Musik erklang in der nahegelegenen Kirche St.Lawrence, bevor 1720 eine eigene Hofkapelle eingeweiht wurde.

Cantemus Vocalensemble

Unter der Leitung von Heinz Meyer hat sich das Vokalensemble Cantemus in den letzten zehn Jahren vorwiegend mit anspruchsvollem A-cappella-Repertoire einen Namen geschaffen und als eines der führenden Vokalensembles der Ostschweiz etabliert. 2008 wurde Cantemus vom Kanton Thurgau für den Kultur-Förderpreis der internationalen Bodenseekonferenz nominiert.

Unterstützt von: Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden, Thurgau Lotteriefonds, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, TKB Jubiläums-Stiftung, Kulturstiftung Ottoberg

Foto: Vocalensemble Cantemus

B. Rogger
S. Pastore St.Gallen

230. Urnäscher Kirchenkonzert
Evangelisch-reformierte Kirche Urnäsch

Leider war die Querflötistin erkrankt. Wir mussten das Konzert absagen.

24. Jan. 2016 Sonntag 18.30 Uhr

Temperamentvolles aus Spanien und Südamerika

  • Beatrice Rogger – Querflöte
  • Sergio Pastore – Gitarre

Ferdinando Carulli (1770–1841)

Serenade C-Dur

  • Largo
  • Allegro

Gabriel Fauré (1845–1924)

  • Pavane

Jacques Ibert (1890–1962)

  • Entr’acte

Heitor Villa-Lobos (1887–1959)

  • Bachianas Brasileiras No. 5

Celso Machado (*1953)

  • Quebra Queixo
  • Pe de Moleque

Enrique Granados (1867–1916)

  • Danza Espagnola No 5

Manuel de Falla (1876–1946)

  • Danza Espagnola No 1
  • El Pano Moruno

Astor Piazolla (1921–1992)

  • Nightclub 1960
  • Café 1930
  • Libertango

Das Duo Sergio Pastore Gitarre und Béatrice Rogger Flöten überzeugt in ihren Konzerten immer wieder durch das feinfühlige, harmon­ische Zusammenspiel. Sie füllen die Musik ­ mit Leichtigkeit, Melancholie und sehr viel Einfühlungsvermögen.

Beatrice Rogger

ist in St.Gallen aufgewachsen. Sie studierte Quer­flöte an der Hochschule der Künste in Zürich bei Kiyoshi Kasai und schloss mit Auszeichnung ab. Anschliessend erlangte sie das Konzert­­reife­diplom an der Musikhochschule Basel bei ­Kiyoshi Kasai. Danach besuchte Sie Meisterkurse bei K. Pratt, C. Klemm, P. Racine und A. Nicolet. Sie ist Gewinnerin des Preises Orpheus-Konzerte im Jahr 1997. Sie hat eine sehr breite und um­fangreiche Konzerttätigkeit als Solistin mit Orchester, sowie in verschiedenen Kammer­musik­formationen im In- und Ausland. Seit 2014 betreibt sie eine eigene Förderschule in St.Gallen mit dem Namen «Taktart».

Sergio Pastore

ist in Italien geboren und in der Schweiz aufgewachsen. Er studierte klassische Gitarre am Konservatorium Biel. Danach nahm er an Meisterkursen bei A. Ponce, D. Russell und A. Pierri aktiv teil. Weiterbildung an der Jazzschule St.Gallen, bei U. Gasser. Er pflegt seit längerem die südamerikanische und die spanische Gitarrenmusik; umfangreiche Konzerttätigkeit in diversen Bereichen: als Solist und mit diversen Ensembles, Chor-Projekte und Musicals, sowohl in E- und U-Musik. Seit 1995 Lehrtätigkeit an der Kantonsschule Trogen.

Foto: B. Rogger und S. Pastore

Markus Bischof Trio Teufen

231. Urnäscher Kirchenkonzert
Evangelisch-reformierte Kirche Urnäsch

21. Feb. 2016 Sonntag 18.30 Uhr

Klangspiele und Triologe

  • Markus Bischof – Piano
  • Dietmar Kirchner – Kontrabass
  • Andreas Wettstein – Schlagzeug

In seinem Piano Trio spielt Pianist Markus ­Bischof seine Fähigkeiten als kreativer Komponist und Improvisator aus. Mit seinem nuancenreichen Anschlag weiss er die klanglichen Möglichkeiten des Flügels bestens auszuloten. In komplexen aber auch lyrischen Eigenkompositionen, bearbeiteten Standards und Zitaten aus klassischer Musik, zeigt sich sein Affinität zu ausgefeilter Harmonik, schwebender Tonalität und im­press­io­nistischen Klangbildern. Mit Dietmar Kirchner am Kontrabass und Andreas Wettstein am Schlagzeug hat er Musiker zur Seite, welche basierend auf ihren Erfahrungen in zahlreichen Projekten kompetent und dezent zu begleiten, aber auch solistisch zu wirken wissen. Improvisation findet durch die langjährige Zusammenarbeit auf einem hohen interaktiven Level statt und verspricht ein spannendes und berührendes Klangerlebnis.

2014 wurde sein neustes Werk erfolgreich in Teufen und Urnäsch uraufgeführt: Oxymoron für Streichorchester und Jazz-Trio. Diesmal lassen wir uns von seinen Improvisationen verführen.

Markus Bischof

Parallel zu seiner klassischen Ausbildung zum Pianisten bei Hadassa Schwimmer am Konservatorium Winterthur hat sich der 1955 geborene Markus Bischof unter dem Einfluss von Art Lande dem Jazz gewidmet. Schon zu Beginn seiner ­Musikerkarriere hat er den ersten Preis am Jazzfestival in Augst gewonnen, was ihm ein Stipendium für die Jazzschule Bern eingebracht hat. Nach einem Engagement am «Theater an der Wien» in Wien unterrichtete er an der Jazzschule St.Gallen Klavier, Musiktheorie und Fachdidaktik und gab Workshops. Zudem spielte er in ­diversen Band-Projekten, komponierte und ­arrangierte für diese. Neben seiner Unterrichtstätigkeit wirkt er auch als Fachexperte.

Foto: Markus Bischof Trio

Chr. Seiler
Chr. Hieronymi
M. Roth Zürich

232. Urnäscher Kirchenkonzert
Evangelisch-reformierte Kirche Urnäsch

24. April 2016 Sonntag 18.30 Uhr

Zu weit und weiter … Schritte in die Risiko­zone Melodramen vom 19. Jahrhundert bis heute

  • Christian Seiler – Sprecher
  • Christian Hieronymi – Violincello
  • Matthias Roth – Piano

Friedrich Nietzsche (1844–1900)
Joseph von Eichendorff (1788–1857)

«Das zerbrochene Ringlein» NWV 14
für Sprecher und Klavier

Robert Schumann (1810–1856)
Friedrich Hebbel (1813–1863)

«Die Ballade vom Haideknaben»
op. 122, 1 für Deklamation und Begleitung des Pianoforte

Carl Reinecke (1824–1910)
Heinrich Heine (1797–1856)

«Schelm von Bergen: Im Schloss zu Düsseldorf»
op. 111, 2, Ballade von H. Heine als Melodram mit klavier­begleitung

Franz Liszt (1811–1886)
Gottfried August Bürger (1747–1794)

«Lenore» Ballade von Bürger mit melodramatischer klavier­begleitung zur Deklamation

Barblina Meierhans (*1981) &
Dmitrij Gawrisch (*1982)

Neues Werk für Sprecher, Violoncello und Klavier

Daniel Fueter (*1949)
Robert Walser (1878–1956)

«Drei Robert Walser-Geschichten»
für Rezitation, Violoncello und Klavier (nach den ‹Tanzfragmenten› zu einem Walser-Film von Walo Deuber),
Nr. 1 und 2

Christian Seiler

ist Regisseur für Sprech- und Musiktheater, Schauspieler, Performer und Sprecher. Er wirkte an Bühnen in Deutschland und der Schweiz, war Leiter der Schauspiel Schule Zürich und führt seit 1997 die AG Theater Rämibühl. Seine Dozententätigkeit umfasst Theatergeschichte, Rollenstudium, Method Acting sowie Bewegungstheater. In den letzten Jahren wirkte er bei verschiedenen Musik-Rezitalen mit, darunter 2011 in «Mephistowalzer. Franz Liszt – Komponist, Pop-Star, Mönch», einer Gemeinschaftsproduktion mit Matthias Roth.

Christian Hieronymi

ist Cellist und Gambist. Seine künstlerischen Schwerpunkte liegen in der Kammermusik und der intensiven Auseinandersetzung mit Alter und zeitgenössischer Musik sowie Improvisation. Er unterrichtet am Konservatorium Zürich und ist Mitglied des Ensemble ö! und Mitbegründer des Barockensembles Les Musiciens du Roy. Regelmässig tritt er auch mit anderen Ensembles und Projekten auf, u. a. als Musiker und Schau­spieler beim Jungen Schauspielhaus Zürich.

Matthias Roth

ist Konzertpianist und Klavierlehrer. Schwerpunkte seiner künstlerischen Tätigkeit liegen in der Romantik sowie in der Verbindung von Musik und Text: 2011 war er zusammen mit Christian Seiler mit dem Programm «Mephistowalzer» auf Tournee und spielte 2012 Kurt Weills «Drei­groschenoper». Er ist Koautor verschiedener Theaterstücke und war Korrepetitor an der Schau­spiel Schule Zürich. Klavier-Rezitale führten ihn nach Italien, Tajikistan und an verschiedenste Orte in der Schweiz

Foto: Appenzeller Kammerorchester